Mein Klarinettenunterricht in Finnland
Als ich im Sommer 2007 nach Finnland kam um ein Jahr als Au Pair in einer finnischen Familie zu leben, brachte ich zwar meine Klarinette mit, jedoch weniger mit dem Gedanken in Finnland Klarinettenunterricht zu nehmen, als vielmehr in dem Bestreben durch mein Klarinettespiel schnell und leicht Anschluss zu finden in einem Orchester und so neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Über Martin, einen Schweizer Klarinettenkollegen aus dem Studentenorchester der TKK Espoo, welches meine Gastfamilie für mich aufgetan hatte, gelangte ich somit eher zufällig an Jörg Fabians Nummer.
Zur ersten verabredeten Unterrichtsstunde erinnere ich mich, regnete es in Strömen, ich fand den Eingang zur Musikschule am Sello in Leppävaara nicht und noch dazu versagte der Akku meines Handys, sodass ich Jörg Fabian nicht einmal hätte anrufen können. Das leicht beschämende Gefühl, bereits zur ersten Klarinettenstunde verspätet, wenn nicht gar überhaupt nicht zu erscheinen wurde mir aber ganz schnell genommen als ein freundlich lächelnder Mann mit ausgestreckter Hand auf mich zukam, mit den Worten: "Du bist sicher Kirstin. Hallo, ich bin Jörg Fabian."
Die folgende halbe Stunde wurde genutzt, Jörg Fabian zu zeigen, wie viel ich in meinem bisherigen 10-jährigen Klarinettenunterricht gelernt hatte beziehungsweise was und vor allem wie ich Dinge wie Atemtechnik und Tonführung gelehrt bekommen hatte und ebenso, wie ich alles Gelernte umzusetzen vermag. Von diesem Tag an trafen wir uns allwöchentlich für eine Klarinettenstunde.
Ich muss zugeben, anfangs kam ich manchmal nicht sofort mit seinen Erklärungen zurecht. Einige Male herrschte ein mittleres Chaos in meinem Kopf und ich musste seine Worte zu Hause nochmals langsam für mich durchgehen bevor ich mich ans Umsetzen machen konnte. Seine anschaulichen bildhaften Vergleiche aber, die mich wiederholt zum Lachen brachten, erleichterten das Verstehen doch ungemein.
Was Jörg Fabian für mich außer den ausführlichen Erklärungen weiterhin positiv von meinen bisherigen Lehrern unterscheidet ist die Tatsache, dass er auch nicht an Lob spart, wenn etwas seiner Meinung nach gut gelungen ist. Der Spaß am Unterricht hat dadurch nach langer Zeit wieder den Ehrgeiz in mir geweckt regelmäßig zu Hause zu üben um voranzukommen, weitere Dinge zu lernen. Die letzten Jahre hatte ich nur noch strikt irgendwelche Konzerte für Klausuren in der Schule geübt, mit dem Hauptziel der höchstmöglichen Punktzahl. Das musikalische Ausgestalten wurde dadurch aber leider ein bisschen in den Schatten gestellt.
Im vergangenen Jahr nun habe ich selbst an meinem Klarinettespiel Fortschritte bemerkt, die mich ungemein angespornt haben an mir zu arbeiten.
DANKE, Jörg Fabian, dass ich von dir so vieles lernen durfte, du dazu die Geduld mit mir hattest und mir, wie gesagt, die Freude und den Spaß am Klarinettespiel wiederbrachtest!
Kirstin Krüger
Erfahren Sie auf den folgenden "
" mehr!
© Logo, Layout, Bilder und Inhalte sind urheberrechtlich geschützt! | Alle Rechte vorbehalten!